//Um was geht’s bei dem Thema: Kann Deutschland mit der digitalen Entwicklung anderer Länder mithalten? (Gruppe 1)

Um was geht’s bei dem Thema: Kann Deutschland mit der digitalen Entwicklung anderer Länder mithalten? (Gruppe 1)

Deutschland gilt als eines der fortschrittlichsten Länder weltweit. Als erfolgreiches Exportland mit einer stabilen Wirtschaft liegt Deutschland in vielen Bereichen weit vor anderen Ländern. Um konkurrenzfähig zu bleiben, ist es heutzutage wichtig, digitaltechnisch optimal ausgestattet zu sein. Wichtig wäre daher eine rasante und umfassende digitaltechnische Weiterentwicklung. Doch wie schlägt sich Deutschland eigentlich verglichen mit den anderen Ländern, wenn es um diese Themen geht, und auf welchem Stand ist eigentlich das Konzept der Industrie 4.0 in Deutschland?                                                                                                                                           Ebenso ist es für Bürger wichtig, die beispielsweise unterwegs arbeiten möchten, dass im ganzen Land eine stabile und schnelle Mobilfunkverbindung verfügbar ist. Gerade in den Corona-Zeiten, in denen Homeoffice in vielen Branchen optimal genutzt werden könnte, wird häufig festgestellt, dass die technische Entwicklung zahlreicher Unternehmen mangelhaft ist und in ländlichen Gebieten eine mangelhafte Internetverbindung besteht. Ist also ein landesweites 4G-Netz in Deutschland überhaupt schon vorhanden, und wie weit ist Deutschland mit dem Ausbau des deutlich schnelleren 5G-Netzes?

Deutsche Industrie im internationalem Vergleich (Linus Mähringer, TGTM12)

Die Digitalisierung ist in der heutigen Zeit ein überaus wichtiges Thema. Dabei geht es nicht nur um alltäglichere Aspekte wie die technische Aufrüstung in Schulen oder Smart Home im Haushalt. Auch in der Wirtschaft darf nicht gezögert werden, die Digitalisierung in einige Unternehmensprozesse zu integrieren. Viele Unternehmen, die nicht auf diesen Zug aufspringen und anfangen, ihren Betrieb zumindest teilweiße digital zu gestalten, werden von der Konkurrenz abgehängt und gehen in der Masse unter. Der Begriff der Industrie 4.0 hat sich im Bereich der Digitalisierung mittlerweile fest etabliert. Jetzt stellen wir uns die Frage, inwiefern Deutschland hier mit anderen Ländern mithalten kann, in welchen Branchen sie eventuell schon besonders weit vorne, aber auch hinten liegen?

https://www.contact-software.com/de/wissen/schwerpunkte/industrie-40/

Was genau ist Industrie 4.0?

Den Namen hat das ganze Konzept der Wirtschaftsgeschichte zu verdanken. Nach den Dampfmaschinen, der Fließbandproduktion, dem Computer und elektronikunterstütztem Produzieren kommt jetzt auch die digitale Vernetzung aller Systeme über das Internet hinzu. Bei der Industrie 4.0 geht es im Allgemeinen um die intelligente Verknüpfung von Daten, Maschinen und dem Menschen. Mit Hilfe von Sensoren und Mikrochips kann die Maschine bestimmte Daten eines Produkts erkennen, auswerten und schließlich in Echtzeit an den Menschen oder auch an weitere Maschinen weitergeben. Vgl.(Quelle)  Vorteile sind die Abgabe von Arbeit an eine Maschine, Produktmängel, die vor der Auslieferung erkannt und behoben werden können, und vor allem auch Flexibilität. Es können individualisierte bzw. personell angepasste Änderungen ohne großen Aufwand vorgenommen werden. Bei den meisten Prozessen muss der Mensch nach der Programmierung nur noch alles kontrollieren und überwachen.

Nachdem auf der Hannover Messe 2011 das erste Mal das Wort Industrie 4.0 gefallen war, fangen auch deutsche Unternehmen an, digitaltechnisch aufzurüsten. Vgl.(Quelle)   Ein genauer Prozentsatz von Unternehmen, die bisher mit höher entwickelten Technologien arbeiten, gibt es jedoch nicht. Es gibt Zahlen von 20%  bis über 50%. Da der Begriff nicht zu hundert Prozent definiert ist, kann man natürlich nicht genau sagen, wann ein Betrieb als digitaltechnisch umgestellt gilt.

Internationaler Vergleich

https://www.silicon.de/41623896/industrie-4-0-usa-und-deutschland-haben-weltweit-die-nase-vorne

„Deutschland, China, Japan und die USA gelten als die vier bedeutendsten Volkswirtschaften, die bei der Digitalisierung in der Produktion im Wettbewerb zueinanderstehen. Jedoch konnte bisher keine der Nationen einen Vorsprung in Industrie 4.0 erarbeiten, der nicht mehr von anderen Wettbewerbern einzuholen wäre.“(Quelle)   Laut einer Statistik des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien, kurz Bitkom, steht Deutschland im Ausbau zur Industrie 4.0 an zweiter Stelle. Die führende Spitze übernimmt die USA. China, eine der stärksten Wirtschaftsmächte, landet jedoch nur auf Platz fünf.

Deutschland hat durch seine vielen mittelständigen Unternehmen einen sehr großen Industrieanteil in fast allen Branchen. Etwas schwächer fällt in Deutschland im Vergleich zu anderen Staaten allerdings die IT-Branche aus, was zur weiteren digitaltechnischen Entwicklung nicht gerade von Vorteil ist. An manchen Stellen scheitert die Verwirklichung der Industrie 4.0 schon von Grund auf, auch wenn es nur an etwas Banalem wie dem Fehlen einer stabilen Internetverbindung liegt. Eine Menge deutscher Unternehmen sind aus Kostengründen in ländlichen Gebieten angesiedelt. Da Deutschland nicht über das bestausgebaute Internet verfügt, mangelt es bei diesen Unternehmen oft an der dauerhaften online-Verfügbarkeit.  Ist eine Produktion einmal auf Industrie 4.0 eingestellt, hat ein Stromausfall oder in diesem Fall eine fehlende Verbindung zum Internet fatale Kostenfolgen. Die komplette Produktion steht still. Da eine Umstellung auf miteinander Verknüpfte Maschinen ohnehin nicht günstig ist, kann sich ein Unternehmen solche Ausfälle einfach nicht leisten. Ein weiteres großes Problem, welches spezifisch in Deutschland den Industrie 4.0 Ausbau einschränkt, ist der Datenschutz. Deutschland ist, wenn es um Datenschutzregelungen geht, mit ganz oben an der Spitze. „Cyberangriffe sind in Deutschland weiter auf dem Vormarsch. Je digitaler die Unternehmen und öffentliche Einrichtungen, umso mehr Möglichkeiten bieten sich auch Kriminellen.“ (Quelle)  Jedes Jahr gelangen durch Cyberangriffe allerlei persönliche Daten der Betriebsmitarbeiter und auch des Endverbrauchers ungewollt an die Öffentlichkeit. Alle Unternehmen müssen also noch neben den enormen Kosten der vernetzten Maschinen auch zusätzlich viel Geld in die IT-Sicherheit stecken. Gerade für eher mittelständige Unternehmen ist hier der Kostenaufwand zu hoch, als dass es sich wirklich lohnen würde.

Ganz anders sieht das alles schon wieder in den USA aus. Hier ist das Thema Datenschutz lange nicht so streng geregelt wie in den meisten westlichen Ländern.  Außerdem haben die USA mit Silicon Valley einen der bedeutendsten und größten IT-Giganten Standorte weltweit und sind damit eine der wichtigsten Quellen für Hightech- und IT-Industrie. Dadurch haben auch viele andere angrenzende Unternehmen Zugriff auf neuste Informations- und Kommunikationstechnologie.

China kommt in der allgemeinen Volkswirtschaft an zweiter Stelle direkt hinter den USA. Dafür schneiden sie bei der Industrie 4.0 nicht so gut ab. Vgl.(Quelle)  China wird oft als Werkstadt der Welt bezeichnet. Es gibt massenhaft Arbeiter und Rohstoffe was eine schnelle, günstige und vor allem vielfältige Produktion in fast allen Bereichen zur Folge hat. China hat den Mobilfunkmarkt neben großen Herstellern wie Apple oder Samsung größtenteils für sich erobert. Dabei spielt jedoch nicht unbedingt die besonders überragende Technologie bzw. Qualität eine Rolle. Hauptsächlich unterscheiden sich die Produkte sehr stark im Preis. Auch wenn das heutzutage noch eine sehr erfolgreiche Methode ist, den Markt für sich zu gewinnen, kann es in naher Zukunft schnell anders aussehen. China wird, wenn nicht bald angefangen wird, ordentlich nachzurüsten, große Probleme bekommen, da in heutiger Zeit die reine Masse an Produkten eben nicht mehr ausreicht, um konkurrenzfähig zu bleiben. Die anderen oben genannten Volkswirtschaften rüsten digital auf und sind auf dem Weg, eine neue, erfolgreichere Produktion mithilfe von 4.0 zu entwickeln.

Fazit:

Zusammenfassend kann man sagen, dass Deutschland in Zukunft große Chancen hat, weiterhin ganz oben am Markt dabei zu sein. Bis auf die oben genannten, möglicherweise weiterhin bestehenden Probleme, wie das Internet oder auch Hackerangriffe, ist Deutschland bestens gewappnet um weiterhin konkurrenzfähig zu bleiben. Trotzdem bleibt die Chance gering, dass die USA in Sachen IT-Technik noch überholt werden. China darf nur den jetzigen Moment nicht verpassen, um in Zukunft nicht doch noch wirtschaftlich abzusteigen. Im Großen und Ganzen ist es, gerade wenn es auch schon um digitale Vernetzung geht, unglaublich wichtig, Informationen und Fortschritte sinnvoll miteinander zu teilen – auch auf internationaler Ebene. Was bringt es mir, wenn ein ausländisches Produkt einen integrierten Mikrochip enthält, der aber von deutschen Maschinen nicht gelesen und analysiert werden kann? Erst durch das länderweite Austauschen von Informationen kann das volle Potential der Industrie 4.0 ausgeschöpft werden und die vierte industrielle Revolution abgeschlossen werden.

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Das deutsche Mobilfunknetz – internationaler Vergleich (Ole Schmidt, TGTM12)

Das 4G-Netz und vor allem das 5G-Netz sind für die Industrie 4.0 essenziell wichtig. Um eine schnelle Kommunikation zwischen den technischen Geräten zu ermöglichen, wird ein leistungsfähiges Netz benötigt. Das bedeutet also, dass die deutsche Wirtschaft nur konkurrenzfähig bleiben kann, solange eine stabile Internetverbindung in den Unternehmen vorhanden ist. Wie weit ist Deutschland also mit dem Internetausbau, welche Probleme entstehen und wie kommen die anderen Länder mit dem Ausbau zurecht?

4G/LTE

4G-Versteigerungen und -Sachinfos

Das 4G-Netz, auch genannt LTE, besitzt unter optimalen Bedingungen eine „100Mbit/s Empfangs-Datenrate [und eine] 50 Mbit/s Sende-Datenrate“, Quelle (29.05.2020), und ist damit deutlich schneller und leistungsfähiger als der Vorgänger 3G. Mit LTE lassen sich auch komplexere Anwendungen ausführen, wie beispielsweise Videocalls oder Livestreams. In schwächeren Regionen auf dem Land ist LTE extrem wichtig und wird oft als Ersatz eines DSL-Anschlusses genutzt.

Mitte 2010 begann die deutsche Regierung mit der Frequenzversteigerung des 4G-Netzes an die Telekommunikationsunternehmen. Dort ging es darum, welches Unternehmen in den darauffolgenden Jahren die Rechte für bestimmte Frequenzen erlangt. Durch diese Frequenzen wird dann die Kommunikation zwischen unseren mobilen Geräten ermöglicht. Das Ergebnis der Versteigerung zeigte, dass Telekom, Vodafone und Telefónica sich verschiedene Frequenzen sichern konnten. Damit verpflichteten sie sich, von 2010 bis 2016 den 4G-Ausbau bis zu einem bestimmten Teil abzuschließen. In einer Vorlage der Bundesnetzagentur heißt es: „Ein Frequenzzuteilungsinhaber ist verpflichtet, bei der Frequenznutzung im Bereich 800 MHz in allen Bundesländern einen Versorgungsgrad von mindestens 90 Prozent der Bevölkerung der von den einzelnen Bundesländern benannten Städte und Gemeinden ab dem 01.01.2016 zu erreichen.“ Quelle (01.06.2020). Deutschland setzte sich zum Ziel, zuerst die Regionen auf dem Land mit 4G zu versorgen und erst danach das leistungsstärkere 4G-Internet in die Städte zu verlegen. Somit bestand erst im Laufe von 2012 die Möglichkeit, das 4G- Netz auch in deutschen Städten zu nutzen. Vgl. Quelle (04.06.2020)

4G-Vergleich mit anderen Ländern

OpenSignal

Wenn man die zu diesem Thema gehörigen Statistiken der letzten Jahre 10 Jahre betrachtet, fällt Folgendes sofort auf: Deutschland hätte diesen Ausbau schneller und flächendeckender ausführen können.

Eine Statistik von OpenSignal untersuchte 2015 die LTE-Abdeckung von 68 Ländern weltweit. Deutschland belegte damals mit zusammen mit Spanien und Tschechien Platz 46 mit einer Netzabdeckung von nur 53%. Auffällig ist, dass vor allem die asiatischen Länder wie Südkorea oder Japan extrem gut abschnitten. Beispielsweise hatte Südkorea schon 2015 eine LTE-Abdeckung von 97%. In Deutschland erreichte die Telekom einen solchen Wert erst Mitte 2018 und Vodafone erst Mitte 2019.

Statista

Statista testete 2018 die Abdeckung und Downloadgeschwindigkeit des 4G-Netzes von 36 europäischen Ländern. Der blaue Kreis zeigt die Netzabdeckung des Landes(%) an und der gelbe Balken die Downloadgeschwindigkeit (Mbit/s). Deutschland befindet sich mit einer Netzabdeckung von 65,7% und einer Downloadgeschwindigkeit von 22,7 Mbit/s auf Platz 32, was ein extrem schwaches Ergebnis ist. Norwegen führt die Tabelle mit einer Abdeckung von 92,2% und einer Downloadgeschwindigkeit von 42,4 Mbit/s an.

5G

5G-Versteigerungen und -Sachinfos

Der Ausbau des 5G-Netzes kommt gerade erst ins Rollen. Es ist deutlich leistungsfähiger als sein Vorgänger und besitzt „Datenraten [von] bis zu 10 Gbit/s, erhöhte Frequenzkapazität und Datendurchsatz und [Latenzzeiten] von wenigen Millisekunden […]“, Quelle (05.06.2020)

Eine neue Nutzungsmöglichkeit wäre das Videochatten in Echtzeit. Man kann dann  Videocalls ohne spürbare Verzögerungen mit Leuten, die sich auf der anderen Seite der Welt befinden, durchführen. Dies ist vor allem für Unternehmen, die international verbunden und aufgestellt sind, eine extrem wichtige und sinnvolle neue Möglichkeit. Außerdem ist 5G die Grundlage für eine leistungsfähige Industrie 4.0 und für das autonome Fahren, welches als großer Schritt in die Zukunft gilt und noch in den Startlöchern steckt.

Die Frequenzversteigerungen, bei denen sich neben Telekom, Vodafone und Telefónica auch 1&1 Drillisch Frequenzen sicherte, begannen Mitte 2019. Bis 2022 soll jeder der Anbieter 1000 5G-Basisstationen errichten. Heute ist 5G noch sehr weit davon entfernt, deutschlandweit nutzbar zu sein und ist nur in ca. 20-30 deutschen Städten nutzbar. Das 5G-Netz ist nicht teurer als das 4G-Netz, da die Anbieter für die bestehenden Tarife kostenlos die Möglichkeit bereitstellen, 5G zu nutzen. Teuer sind jedoch die Smartphones, die man für die Verwendung von 5G benötigt. Erst ungefähr 10 Smartphone-Modelle (das günstigste davon kostet 600€) sind  kompatibel mit dem neuen Netz. Telekom berichtete vor einigen Tagen, dass sie das 5G-Netz, genauso wie Vodafone und Telefónica, mit Huawei ausbauen möchten. Huawei ist in vielen Ländern umstritten, da dem Unternehmen unterstellt wird, Daten ihrer Nutzer zu sammeln und auszuspionieren. Außerdem soll das Unternehmen vom chinesischen Staat kontrolliert und beeinflusst werden. Beweisen lassen sich diese Vorwürfe jedoch kaum, da China extrem verdeckt und undurchsichtig handelt und starke diktatorische Züge besitzt.

Meinungen der Unternehmen

Welche Gründe nennen eigentlich die Mobilfunkanbieter für den hinkenden Ausbau in Deutschland und die schlechten Platzierungen in internationalen Vergleichen?

Ein Grund für das langsame Voranschreiten sind beispielsweise die hohen Kosten, die der Staat für die Frequenzen verlangt. Telefónica berichtet, dass „den Mobilfunkunternehmen in den letzten 20 Jahren 66,6 Milliarden Euro für Frequenzauktionen entzogen wurden, die man in den weiteren Ausbau des Netzes stecken könnte.“, Vgl. Quelle (03.06.2020)

1&1 Drillisch meint außerdem, dass „politisch eine Bündelung der Verantwortlichkeiten und ein langfristiger Plan für die Digitalisierung Deutschlands fehle.“, Vgl. Quelle (03.06.2020)

Diesen Aussagen der beiden Unternehmen stimme ich voll und ganz zu. Der Staat unternimmt zu wenig und kümmert sich nicht umfassend genug für ein gutes Netz. Die Ziele sollten klar definiert werden, und entweder sollte der Staat den Ausbau alleine übernehmen, oder die Frequenzen sollten kostenlos vergeben werden, sodass die Unternehmen ihre finanziellen Mittel gezielt für den Ausbau verwenden können.

5G-Vergleich mit anderen Ländern

Österreich hat sich zum Ziel gesetzt, eines der fortschrittlichsten Länder weltweit zu sein, wenn es um den 5G-Ausbau geht. Anders als Deutschland hat Österreich gemerkt, dass es sinnlos ist, immense Preise für die Frequenzen zu verlangen, da sie „die Investitionen der Betreiber beeinträchtigen und zudem zu Rechtsstreitigkeiten führen können. Deshalb beträgt das Mindestgebot diesmal nicht 530 Millionen Euro, sondern nur noch 30 Millionen Euro.“, Quelle (10.06.2020).

Südkorea gilt, wenn es um den Netzwerkausbau geht, als eines der fortschrittlichsten Länder der Welt. „Es nahm das 5G-Netz als erstes Land der Welt in Betrieb und es gibt dort bereits über 5,77 Millionen Nutzer. Südkorea hat eine 5G-Netzabdeckung von ca. 10%, und es gibt dort bereits 115.000 5G-Basisstationen.“, Vgl. Quelle (10.06.2020). Warum läuft also der Ausbau dort so vermeintlich reibungslos und schnell vonstatten? Ich denke, dass einer der Gründe die enormen Investitionen sind, die Südkorea in den Ausbau steckt, um ganz oben auf der Weltrangliste zu stehen. Die drei größten Mobilfunkunternehmen Südkoreas investierten umgerechnet 3,5 Milliarden US-Dollar in den Netzausbau für die erste Jahreshälfte 2020. Deutschlands Unternehmen bezahlten umgerechnet 7,5 Milliarden US-Dollar alleine für die Frequenzvergabe an den Staat. Das zeigt, dass Südkorea andere staatliche Regelungen hat und die Unternehmen ihre finanziellen Mittel besser nutzen.

Diese Grafik von Ende 2019, veröffentlicht von GSA, zeigt den weltweiten Stand der 5G-Entwicklung. Die Legende zeigt Länder mit 5G Verfügbarkeit, Länder mit beschränkter Verfügbarkeit, Länder, die derzeit mit der Entwicklung beschäftigt waren und Länder, die erst kürzlich in 5G investierten.

Wenn man also international den Ausbau des 5G-Netzes betrachtet, fällt auf, dass auch andere Länder Schwierigkeiten oder Probleme damit haben. Die lange Dauer und die auftretenden Probleme liegen wahrscheinlich auch an der Komplexität dieses Themas.

Deutschland ist neben Amerika oder Australien eines der Länder, in denen Ende 2019 schon das 5G-Netz verfügbar war. Im internationalen Vergleich schneidet Deutschland also überraschenderweise nicht wirklich schlecht ab, sondern befindet sich eher im oberen Mittelfeld. Unter dem Aspekt, dass Deutschland zu den höchstentwickelten Ländern weltweit zählt, ist diese Platzierung nicht wirklich zufriedenstellend.

Hoffnung gibt jedoch unter anderem das geplante Corona-Konjunkturpaket. Um weiterhin ein Land zu bleiben, welches digitaltechnisch bei internationalen Vergleichen weit vorne steht, wurde ein Zukunftspaket von über 50 Milliarden Euro aufgelegt. „Davon sollen 5 Milliarden Euro für den 5G-Ausbau und 150 Millionen Euro für den Internetausbau auf Schienenwegen investiert werden.“, Vgl. Quelle (21.06.2020).

Allgemeines Fazit

Deutschland hat ganz klaren Nachholbedarf! Bei Vergleichen weltweit schneidet Deutschland, dafür dass es als eines der fortschrittlichsten Länder der Welt gilt, einfach zu schwach ab. Das 4G-Netz weist sogar 2020 noch Mängel auf und das 5G-Netz ist noch immer extrem beschränkt nutzbar. Schwachstellen wie diese schränken u.a. die Unternehmen stark ein und eine leistungsfähige Industrie 4.0, die den internationalen Markt bestimmt, ist so kaum zu erreichen. Hoffnung gibt beispielsweise das Konjunkturpaket der Corona-Krise, aus dem viele Milliarden in den Ausbau des Netzes investiert werden. Für Deutschland ist es noch lange nicht zu spät, einer der internationalen Vorreiter des Mobilfunknetzes zu werden

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By |2020-06-26T19:06:09+00:0011. März , 2020|digitale Entwicklung1|0 Comments