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Arasmus: Montageplan mit Datenbrille

Um was es bei dem Thema „Arasmus: Montageplan mit Datenbrille“ geht

In den letzten zwei Jahren hat die Ehrhart-Schott-Schule im Rahmen der Leitaktion II von Erasmus+ zusammen mit zwei anderen europäischen Partnerschulen an einer Projekt gearbeitet, bei dem ein Augmented-Reality-Montagearbeitsplatz entstand.

Das Projekt bestand daraus einen Montagearbeitsplatz zu entwerfen, welcher Elemente der Augmented-Reality (im Folgenden AR abgekürzt), deutsch erweiterte Realität, enthält und sich somit im Bereich der 4. Industriellen Revolution bewegt. In dieser industriellen Revolution, welche sich den Vorherigen anreiht, geht es darum, die „Vernetzung von allem Virtuellem und Materiellen“ (Quelle) zu bewerkstelligen. Diese AR-Elemente beinhalten bei diesem Projekt die Verwendung einer AR-Brille, welche am Arbeitsplatz aufgesetzt wird. Diese bildet, wie eine in unserem Alltag nicht mehr wegzudenkende Brille, die Umgebung ab. Das Besondere ist aber, dass zur Unterstützung der Arbeitskraft der Zusammenbau eines Pneumatikzylinders, welcher mithilfe von Luftdruck Arbeit verrichtet, durch eine Animation erläutert und in das Sichtfeld projeziert wird.

Um die Umsetzung dieses Projektes zu ermöglichen, fanden zwischen den drei Schulen Arbeitstreffen statt, in denen die Schüler sich über Probleme und Schwierigkeiten bei der Umsetzung des Projektes austauschen konnten. Jeder der drei Arbeitsgruppen entwarf einen eigenen Tisch und setzte die Einbindung der AR-Brille ein bisschen anders um. Dadurch ließen sich Probleme durch eine andere Sichtweise besser lösen und es gelang während dieser Arbeitstreffen ein großes Stück weiter zu kommen.

Während dieser Arbeitstreffen fand natürlich ein kultureller Austausch zwischen den Arbeitsgruppen statt. Aufgrund der COVID-19-Pandemie konnten wir leider nicht die Schule in Italien besuchen. Im Oktober hatten wir die Möglichkeit die litauischen Schüler in dem Ort Panevėžys zu besuchen, welcher im Norden Litauens liegt. Dabei lernten wir die Kultur des Landes gut kennen, indem wir regelmäßig essen gegangen sind und uns ausführlich mit den dort ansässigen Schülern unterhalten haben. Auch haben wir große Gastfreundschaft erfahren und die man so schlichtweg nicht aus Deutschland kennt, was angesichts dessen überwältigend war, dass die Nationalsozialisten damals auch in Panevėžys gewütet hatten. Wir durften den Alltag der Litauer kennenlernen und wurden somit den großen Unterschieden bewusst, welche es quer durch Europa immer noch gibt. Durch diese Arbeitswoche konnte man einen ganz anderen Blickwinkel auf die Geschichte und gesellschaftlichen Strukturen Litauens erlangen, was jeden der deutschen Arbeitsgruppe nachhaltig geprägt hat. (vgl. Blog des Arasmus Teams)

Industrie 4.0

Mit der 4. Industrielle Revolution geht einher, dass sich die Art und Weise wie wir Produkte herstellen verändert. Auch bei den vorherigen Revolutionen hat sich die Produktion von Konsumgütern gewaltig verändert. Bei der 1. Industriellen Revolution lösten die Dampfmaschinen die Handarbeit ab, bei der 2. wurde die Fließbandarbeit eingeführt und bei der 3. Industriellen Revolution zeigte uns der Computer die Schnelligkeit von Transistoren und CPUs.

In der Industrie 4.0 kommunizieren die Produkte selbst miteinander über das Internet. Deswegen hört man auch des Öfteren zusammen mit der Industrie 4.0 den Begriff Internet of Things. Statt über die Schnittstelle Mensch zu laufen, welcher dann die einzelnen Produktionsschritte initiiert, sagt das Produkt, nachdem es den einen Produktionsteil passiert hat, was als nächstes mit ihm passiert. Dadurch lassen sich Abläufe viel effizienter gestalten, da man keinen Umweg über ein weiteres Glied, in diesem Fall der Mensch, in der Kette gehen muss. Das wäre, als ob man, um nach München zu kommen, erst nach Berlin fährt. In der Industrie 4.0 spart man sich diesen Umweg und nimmt die A8 direkt nach München. Die Produktivität und Wirtschaftlichkeit werden unglaublich gesteigert.

Mensch in der Industrie 4.0

Während die Automatisierung der Produktion voranschreitet, hört man vielerorts Stimmen, dass durch die zunehmende Technik in den Fabriken Deutschlands, Wellen von Arbeitslosen entstehen werden, welche die veralteten Berufe ausgeübt haben. Immerhin lassen einen 7,7 Millionen Menschen, die im deutschen Produktionssektor arbeiten, schon einmal schlucken (vgl. S.46, „Produktionsarbeit der Zukunft – Industrie 4.0“, Spath, 2013). Deutschlands Wohlstand und Reichtum fußen auf dem Produktionssektor, welcher historisch bedingt auch immer stark vertreten war.

Es fällt auf, dass bei jedem plötzlichen Umschwung die Berufslandschaft, wie wir sie kennen, umgegraben und neu strukturiert wird. Es entstehen neue Berufe, während andere obsolet werden. Wenn man auf vergangene industrielle Revolutionen blickt, denkt man natürlich sofort an den schlesischen Weberaufstand von 1844. Damals mussten die klein produzierenden Weber, welche auch ausschließlich zuhause arbeiteten, „der Konkurrenz der effektiver[en] und preiswerter[en] produzierenden Fabriken“ (Quelle) notgedrungen Platz machen. Die großen effizienten Fabriken konnten ihr Gewebe viel günstiger anbieten als die kleinen Weber, welche nicht über den technischen Fortschritt verfügten und somit immer noch mit veralteten Methoden produzierten. Zudem herrschte in der preußischen Provinz Schlesien ein Überangebot an Arbeitskräften, was zu sinkendem Lohn führte. Zudem stiegen die Lebensmittelpreise aufgrund von Missernten enorm an.

Droht uns also ein Weberaufstand 4.0?

Man muss zugeben, dass der Vergleich ein wenig hinkt. Die Welt hat sich 175 Jahre weitergedreht und seitdem hat sich auf dem Arbeitssektor vieles getan. Wir leben nicht in einem so unkontrollierten Markt wie damals und haben heute Tarifverträge und geregelte Arbeitszeiten. Jedoch muss man trotzdem damit rechnen, dass wie damals Berufe überflüssig werden. In der Vergangenheit hat sich allerdings gezeigt, dass mit jeder technischen Errungenschaft, die ganze Berufsbilder überflüssig gemacht hat, neue Berufe entstanden, welche genau auf dieser technischen Errungenschaft fußen. Ein Beispiel hier wäre bei der dritten industriellen Revolution zu nennen. Durch die Einführung des Computers sind völlig neue Arbeitszweige entstanden, die sich mit der Weiterentwicklung und der Herstellung von Computern befasst haben.

Es fallen also viele Arbeitsplätze weg, die durch die neuen technischen Errungenschaften obsolet werden. Genauso kommen auch neue Arbeitsplätze hinzu, welche die neuen technischen Errungenschaften herstellen und betreuen.

Zudem ist diese Angst vor dem massenhaften Verschwinden von Arbeitsplätzen nicht neu. Schon 1978 titelte DER SPIEGEL „Die Computer Revolution – Fortschritt macht arbeitslos“ (Quelle). Man sieht, die Ängste sind nicht neu und obwohl sie sich nie bestätigt haben, treten sie immer wieder auf. Egal ob bei der 1., 2., 3. oder eben der 4. industriellen Revolution.

Ganz wird der Mensch also nicht aus den Produktionshallen unserer heutigen Fabriken verschwinden. Man wird eher sehen, wie „viele indirekte Stellen um die Produktion herum auf[ge]bau[t]“ (S.47, „Produktionsarbeit der Zukunft – Industrie 4.0“, Spath, 2013) werden, so Professor Bauernhansl, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung. Also kann man erwarten, dass kurzfristig Stellen verloren gehen. Ob auf lange Zeit betrachtet jedoch gleich viele oder mehr Stellen geschaffen werden, welche sich mit der Automatisierung beschäftigen? Auch wird sich das Arbeitsumfeld insofern verändern, dass die Tätigkeiten eines Facharbeiters mit denen eines Studierten verschmelzen. Dies wird natürlich zu Folge haben, dass massive Fortbildungen nötig werden, da die Arbeiten sich ändern und anspruchsvoller werden (vgl. S.46-47, ebd.)

Wir sehen also, dass sich die Arbeit und das Arbeitsumfeld sich verändern wird. Wir werden eher mit Maschinen arbeiten als getrennt von voneinander. Hier kommen die Schwächen von Maschinen zum Tragen, dass diese zwar Aufgaben wahnsinnig schnell und effizient lösen können, jedoch nur die Aufgaben, für die sie auch geschaffen wurden. Falls sich in die Produktion eine Anomalie einschleicht, werden die entstandenen Probleme für Maschinen unlösbar, während der Mensch das Problem selbstständig analysiert und anhand seiner Erfahrung dieses löst. Man sieht, dass Maschinen sehr unflexibel sind und nicht für das Lösen von Problemen gebaut worden sind. Es gibt zwar auch noch die Künstliche Intelligenz, welche jedoch noch lange nicht reif für die Produktion ist. Diese intelligenten Maschinen können dann Probleme eigenständig lösen. Bis dahin dauert es allerdings noch eine Weile, was einen schlussfolgern lässt, dass das Beste des Mensch und der Maschine zu verknüpfen ist und somit eine Symbiose zweier Welten zu schaffen.

Ein Beispiel hierfür wäre der in der Einleitung erwähnte Montagearbeitsplatz mit Datenbrille. Hier unterstützen die Elemente der Industrie 4.0 den Menschen bei seiner Arbeit und ermöglichen so eine flexible und zukunftsorientierte Produktion, welche zeigt, wie ein Zusammenspiel zwischen Mensch und Maschine funktioniert.

Fazit

Die 4. Industrielle Revolution reiht sich in eine Reihe von Revolutionen ein, ohne welche wir nicht dort ständen, wo wir heute sind. Sie führt technologische Erneuerungen ein, auf die wir in einem Jahrhundert mit großer Wahrscheinlichkeit zurückblicken und sie als selbstverständlich erachten werden. Jedoch muss man auch die Gefahren, wie den Wandel der Berufsfelder sehen, welche diesen mit sich bringen. Wir können also nicht blind in die Industrie 4.0 hineinstolpern, sondern müssen mit Vorsicht und Obhut schauen, dass es für jeden ein positiver Aufbruch in ein neues industrielles Zeitalter ist.

By |2020-06-26T14:06:56+00:0020. März , 2020|Arasmus|2 Comments

2 Comments

  1. Semi-App 15. Mai 2020 at 10:54 - Reply

    Der erste Blogbeitrag ist ein wenig kurz geraten und sollte zunächst die inhaltliche Projekt beschreiben und dann die Zusatzvorteile wie Kennen lernen und kultureller Austausch.

  2. Semi-App 15. Mai 2020 at 12:44 - Reply

    Sorry, habe aus Versehen das Bild gelöscht, könntest du noch eines, ein passenderes ohnehin, ergänzen?

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